Serenaden-Konzert mit Mitgliedern des SWR-Symphonieorchesters in der Pauluskirche am 19.7. 2020

„FÜR EUCH DA #zusammenhalten“ unter diesem Motto spielt das SWR Symphonieorchester in der Coronakrise für seine Zuhörer am Radio, vor Ort in Pflegeeinrichtungen, im direkten Kontakt bei den 1:1 Concerts und für seine Online- und Fernsehzuschauer.

Auf der Konzertbühne mit Publikum im Saal wird das Orchester aber erst wieder im September stehen.

Eine kulturelle Durststrecke vor allem für diejenigen, die seit Jahren dem Orchester eng verbunden sind. Für die Mitglieder seines Fördervereins bietet das SWR Symphonieorchester daher eine besondere Aktion an: Serenaden-Konzerte live im Garten der Freunde und Förderer des Orchesters.

Dekanatskantor Alexander Kuhlo ist langjähriges Mitglied des Fördervereins. Er möchte dieses musikalische Erlebnis nicht nur privat genießen, sondern gerne mit vielen Menschen teilen.

Darum findet das halbstündige Serenaden-Konzert am Sonntag, den 19.7.2020 um 18 Uhr für die Mitglieder der Kirchenmusikensembles und weitere Gemeindemitglieder neben der Pauluskirche im Freien statt.

Es spielt ein Quartett des SWR Symphonieorchesters in der Besetzung Christina Singer (Flöte), Gesa Jenne-Dönneweg (Violine), N.N. (Viola) und Wolfgang Düthorn (Violoncello).

Es wird empfohlen, rechtzeitig zu kommen, da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist. Aber auch vom Emil-Schuler-Platz aus sind die wunderbaren Klänge der vier Profimusiker sicher auch von Ferne zu genießen. Im Anschluss besteht noch Gelegenheit zum Gespräch mit den Künstlern.
 

Kantor Alexander Kuhlo /Jasmin Bachmann (SWR) – Juli 2020

Kirchenmusik in Corona-Zeiten: "Sich in Demut üben"

In unserer Kirchenmusik gab es bis Anfang März ein ständiges Angebot von attraktiven und qualitätsvollen Chor- und Bläserprojekten, Orgelkonzerten und Gottesdiensten.
Und dann der Schock: »Nichts geht mehr.«
Plötzlich hat ein winziges Virus das gesamte gesellschaftliche Leben lahmgelegt und ich bin gezwungen, geplante Gottesdienste und Konzerte, Proben mit Kantorei und Posaunenchor sowie meine Unterrichtstätigkeit abzusagen. Ich habe mit mit großem Bedauern Orchester und Solisten für Karfreitag und Sommerserenade und auch die beliebten Matinéekonzerte abgesagt. Das war eine herbe Enttäuschung für mich, aber vor allem auch für die vielen Menschen, die sich in der Kirchenmusik unserer Gemeinde engagieren.

Aber jede Krise setzt auch positive Seiten frei:
BläserInnen des Posaunenchores blasen täglich um 19 Uhr vom Kirchturm der Pauluskirche einen Choral! Diese Aktion erfreut sich bester Resonanz – ein Lob und Dank dem Posaunenchor!
Auch ich als Organist hätte gerne mit Livestreams oder Videoaufnahmen tröstliche Musikstücke in die Gemeinde geschickt, aber aus rechtlichen Erwägungen ist dies nicht möglich.
Ich konnte mich aber bei den Videogottesdiensten als Musiker aktiv einbringen, die eine ganz eigene Qualität aufweisen und gerne von den Gemeindegliedern mitgefeiert werden. Auch zwei Bläser des Posaunen chores waren am Ostersonntag mit von der Partie. Das sollte auch nach Corona nicht aufgegeben werden – insbesondere für ältere Menschen, die gerne von Zuhause aus an unseren Gottesdiensten teilhaben wollen.
Ein Kompositionsauftrag zur Bläserarbeit unserer Landeskirche zu Lied EG 351 »Ist Gott für mich, so trete ...« für ein neues landeskirchliches Bläserheft, weiterführende häusliche Orgel- und Klavierstudien an Flügel und Hausorgel für spätere musikalische Projekte in der Gemeinde, aber auch Abarbeiten von wichtigen organisatorischen Formalitäten – wie das Erstellen einer Adressdatei mit Infos über die kirchenmusikalischen Ensembles und deren LeiterInnen im Dekanat – helfen mir, nicht untätig zu bleiben, und damit das eigene Selbstverständnis zu stärken.
Dietrich Bonhoeffer schreibt:
»Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.«
Genau das habe ich in den letzten Wochen versucht, und in diesem Sinne versuche ich dies auch weiterhin.
Die Corona-Krise macht mir persönlich deutlich, dass wir uns trotz aller Fortschritte in Wissenschaft und Technik, über die wir heute verfügen, stets in Demut und Ehrfurcht üben sollten vor dem Geheimnis der Schöpfung und des Lebens, d.h. uns als Ebenbilder Gottes in der alleinigen Bindung an Gott, der Mensch geworden ist in Jesus Christus, zu verstehen und danach zu leben.

Kantor Alexander Kuhlo

Andacht zum Monatslied für APRIL 2017
„Christ lag in Todesbanden“ (EG 101)

Text und Melodie: Martin Luther, 1524
(nach der Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ des Wipo von Burgund 1048)
vgl. auch „Christ ist erstanden“ EG 99
- das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen -

sofort tönt in mir die gewaltige Chorfuge aus Johann Sebastian Bachs früher Choralkantate BWV 4 mit dem eindrucksvollen, in engem Abstand durch die einzelnen Stimmen wandernden Kanon bei der Textstelle „wie ein Tod den andern fraß“ - ein genialer musikalischer Einfall des Luther- Exegeten Bach!
Die klare, lapidare und bilderreiche Sprache des von Bach hochgeschätzten Dichtermelodisten Martin Luther hat den jungen Komponisten zu dieser in seinem reichen Kantatenschaffen einzig darstehenden Musik inspiriert und zeigt die Sprachmacht Luthers in seinen sieben Strophen, die vom Sieg des Lebens über den Tod, der Entmachtung des Todes durch Jesus Christus, Gottes Sohn im Sinne einer „stellvertretenden Genugtuung“ singen.

Wenn man versucht, die Charakteristika dieses Liedtextes mit wenigen Worten zu benennen, fällt auf, dass in den ersten vier Strophen zunächst einmal vom TOD die Rede ist:

sowohl vom Menschen, der durch seine Sünden, dem Tod ohnmächtig ausgeliefert zu sein scheint (Str. 2: Davon kam der Tod so bald/und nahm über uns Gewalt/hielt uns in seim Reich gefangen), als auch von Christus, seiner Auferstehung und seinem Sieg in diesem „wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen“ (Str. 3: Jesus Christus, Gottes Sohn,/an unser Statt ist kommen...damit dem Tod genommen/all sein Recht und sein Gewalt...).
Die deskribierenden Bilder im Zusammenhang mit dem TOD sprechen eine drastische, harte und unmissverständliche Sprache: Gewalt, Stachel, Krieg, Spott, Nacht, der alte Sau´rteig – Luther redet hier Klartext, nichts wird beschönigt, die Situation des Menschen in „seiner Sünden Nacht“ ist geradezu aussichts- und hoffnungslos!

Aber die österlichen Bilder vom auferstandenen Herrn JESUS CHRISTUS sind ebenso deutlich und
expressiv:
Leben, Sieg, Osterlamm, Fest, Sonne, Glanz, Erleuchtung, süßes Brot – die liebende Erlösungstat Jesu am Kreuz (Str. 5: das ist an des Kreuzes Stamm/in heißer Lieb gegeben) malt der Sprachschöpfer Luther in leuchtenden Farben, gipfelnd im Bild von der Sonne, die unsere Herzen erleuchtet, und im Bild des „rechten Osterlamms“ Christus, welches uns allein zur Stärkung dienen möge (Str. 7: Christ will die Kost uns sein und speisen die Seel allein).
Hier vermag uns jemand für das Evangelium regelrecht zu begeistern, ja höchsten Grund zur Freude
zu geben!

Und welche wundersame Einheit zwischen Text und der aus dem Gregorianischen Choral entlehnten dorischen Melodie mit ihrem ausschwingenden Ambitus einer großen None!
Luther gewinnt aus der mittelalterlichen Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ des Bischofs Wipo von Burgund eine kraftvolle Liedmelodie, die bei der Aufforderung zum Gotteslob (Str. 1) sogar bis e´´ als Hochton aufsteigt.
Die formale Gliederung der Melodie (anders als bei EG 99) ist klar und kraftvoll wie die Sprache:

A -A-B-A´ – um die tonalen Zentren a und d kreisend, schwingt sich die Melodie sieghaft zunächst nach oben, um dann zum Tiefton d herabzusinken. Der melodische Aufstieg (Anabasis) bei der Textstelle „des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein“ ist auffällig und macht mit seinen fanfarenartigen Quartintervallen für jeden Singenden erfahrbar, inwiefern die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi ein echter Grund zur Festesfreude und zum Gotteslob war, ist und ewig bleiben wird. Das wird noch durch die kurzen Achtelauftakte der Melodiephrasen B und A´ unterstützt. Der in Sekundschritten erfolgende melodische Abwärtsgang des ersten A-Teiles verwandelt sich im Laufe der ersten Strophe (und wird letztlich in allen Strophen ostinat wiederholt) zu einem triumphalen „Halleluja“ als Sinnbild für das Geheimnis von Tod und Auferstehung, welches ja das zentrale Element unseres christlichen Glaubens darstellt.
Den in feierlichen Vierteln dahinschreitenden Rhythmus lockert Luther mit kurzen Achtel- Einwürfen und fanfarenartigen Achtelauftakten lebendig auf, die wiederum die Fröhlichkeit und Festesfreude ausdrücken.
Ein echtes Kunstwerk also, diese für heutige Ohren etwas archaisch anmutende, kirchentonale Melodie, welche mit dem plastischen, verkündigenden Text eine harmonische Einheit bildet, so dass die Osterbotschaft uns auch heute noch, Jahrhunderte nach der Reformationszeit zu ergreifen und zu beglücken vermag!
Kein Wunder, dass der junge Kantor Johann Sebastian Bach diese Liedschöpfung Luthers in der gleichnamigen Kantate aufgegriffen hat und die einzelnen Strophen in ihrer Bildhaftigkeit kongenial
in Musik gesetzt hat - zum Anfang dieser Bach´schen Verkündigungsmusik seien mir noch abschliessende Worte verstattet, die der Verlebendigung dieses Osterliedes dienen:
Bach beginnt die Kantate ungewöhnlicherweise nicht mit einem Chorsatz, sondern mit einer „Sinfonia“ der Instrumente, in welcher der Beginn der Liedmelodie fragmentarisch evoziert wird, allerdings verändert mit einem anfänglichen Halbtonschritt (h-ais), der das Schmerzliche der Ausgangssituation am Kreuz zum Klingen bringt. Es ist zunächst eine Passionsmusik mit schmerzlichen Halbtonschritten und fallenden melodischen Linien im Bass sowie der Verwendung des „neapolitanischen Sextakkordes“ und dem jähen Absturz der führenden Violinstimme in T.13, aber zugleich auch eine Auferstehungmusik mit in Achtel aufsteigenden Terzen in den Oberstimmen und dem leuchtenden E-Dur-Schlussakkord. In den 14 Takten (zahlensymbolisch=BACH) dieses Kantatenbeginns wird die paulinische Dialektik von Kreuz und Auferstehung beispielhaft komponiert.


Möge dieses „alte“ reformatorische Lied uns mit seiner zeitlosen Aussage
auch in der heutigen Zeit noch in der Tiefe unseres Seins erreichen
und Anlass zu wahrer, echter Osterfreude sein!

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Dekanatskantor Alexander Kuhlo
(Evangelische Kirchengemeinde Zuffenhausen) -
Alexander.Kuhlo@elkw.de

 

J.S. Bach - BWV 625 - Christ lag in Todesbanden

Absage sämtlicher kirchenmusikalischer Konzerttermine in der Kirchengemeinde und dem Dekanat Zuffenhausen

Guten Tag,

als Verantwortlicher für die Kirchenmusik in der Evangelischen Kirchengemeinde und im Dekanat Zuffenhausen teile ich Ihnen hiermit mit, dass auf offizielle Anweisung und in einheitlicher Linie mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg bis Ostern 2020 ALLE KONZERTE und MUSIKALISCHE VERANSTALTUNGEN absagt werden müssen.

Konkret betrifft die Absage zeitnah:

  1. Die „Musikalische Matinée“ an diesem Sonntag (15.3.) um 11 Uhr, Pauluskirche Zuffenhausen
  2. Das Konzert des Handharmonikaspielrings Zuffenhausen mit dem Posaunenchor am 22. März um 18 Uhr, PK Zuffeenhausen
  3. Das Chor- und Orchesterkonzert am Karfreitag (10.4.) um 17 Uhr, PK Zuffenhausen
  4. Das Gastkonzert „Russische Ostern“ am 18. April um 18 Uhr, PK Zuffenhausen

u.a.

Die ausgefallenen Konzerttermine werden zu gegebener Zeit möglichst nachgeholt werden. Infos dazu lasse ich Ihnen gerne zukommen, wenn ein Ende der Corona-Pandemie oder zumindest ein „In-Den-Griff-Bekommen“ in Sicht sein wird.

Möge dies bald der Fall sein…

Mit freundlichen Grüßen in diesen schwierigen Zeiten,

Dekanatskantor Alexander Kuhlo

Das erste Kantorenjahr in Gemeinde, Dekanat und Kirchenkreis

»Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen.«
Mit Worten des schwäbischen Dichters Eduard Mörike beginne ich in den sonnenglühenden Herbsttagen meinen Rückblick auf das vergangene Jahr gemeinsamen Musizierens in unserer Kirchengemeinde.
Als ich im September 2016 bei Ihnen, liebe Zuffenhäuser Gemeindeglieder, nach fast fünf Jahren als Kreiskantor im ländlichen Westerwald meinen Dienst als neuer Dekanatskantor in der Nachfolge von Hans-Rudolf Krüger antrat, traf ich zum einen auf vielfältige berufliche Herausforderungen, aber vor allem auch auf Sie, die musikbegeisterten und musikliebenden Menschen in allen kirchenmusikalischen Ensembles und in der Gemeinde.
Seither strebe ich mit Ihnen bewusst das an, was auch meinem großen Vorbild im Kantorenamt, Johann Sebastian Bach, in seinem »Entwurf einer wohlbestallten Kirchenmusik« von 1730 wichtig war: eine
Kirchenmusik, die sich einerseits an den liturgischen Gegebenheiten vor Ort, den Bedürfnissen der Menschen in der Gemeinde und den Vorstellungen der vorhandenen Pfarrerschaft orientiert. Aber nicht zuletzt versucht sie auch immer wieder neu, den hohen Qualitätsmaßstäben, für die Bach zeitlebens eingetreten ist, gerecht zu werden.
Ein großer Schatz der Kirchenmusik in Zuffenhausen ist das vorhandene Instrumentarium, allen voran die große Mühleisenorgel: ein Meisterinstrument, welches ich seitdem versucht habe, in den zahlreichen Orgelmatineen und unterschiedlichen Gottesdiensten angemessen zum Klingen zu bringen. Im neuen Jahr möchte ich mit dem Themenkonzept »Orgel Plus ...« (Instrument oder Singstimme) noch mehr Menschen dafür gewinnen, den wunderbaren Klangfarben und dem tiefen Sinngehalt der Orgelmusik zu lauschen.
Dabei gilt für mich die Überzeugung des Malers Max Beckmann aus dem Jahr 1938: »Die Kunst dient der Erkenntnis, nicht der Unterhaltung.«
In diesem Sinne ist auch mein integraler Bach-Orgelkonzertzyklus zu verstehen, den ich seit Februar 2017 in der Johanneskirche gestalte und der 2018 seine kontinuierliche Fortsetzung erfährt. Immer wird dabei der interessierte, offene Zuhörer durch konzentrierte Einführungen eingestimmt, soll er doch selbst die Schönheiten dieser großartigen Musik erleben – wie Johann Nikolaus Forkel, Bachs erster Biograph, über die Bach’schen Triosonaten für Orgel schrieb: »Von ihrer Schönheit kann man nicht genug sagen.«
Charakteristisch und vielfältig zugleich ist die Fülle der unterschiedlichen Gottesdienstformen in Zuffenhausen, wenn ich an die vielen Themengottesdienste, mittendrin-Gottesdienste, musikalischen
Gottesdienste, Familiengottesdienste etc. denke, die ich seit her erleben und mitgestalten durfte.
Der größte Schatz sind für mich die Menschen in den kirchenmusikalischen Ensembles: die begeisterungsfähigen SängerInnen der Pauluskantorei, die BläserInnen im Posaunenchor, aber auch die Kinder im Dietrich-Bonhoeffer-Kinderhaus, wo ich allwöchentlich ein Singeangebot mache und dieses an die Kinder aus den verschiedenen Nationen und Religionen herantrage; darüber hinaus die alten Menschen im Samariterstift und nicht zuletzt Sie, die Gemeindeglieder an den drei Gottesdienstorten Paulus-, Johannes- und Michaelskirche.
Mein ganzes Engagement und künstlerisch-pädagogisches Können wurde im ersten Amtsjahr von den Menschen reichlich belohnt.
Dafür gilt es, einen herzlichen Dank auszusprechen, und zwar all denjenigen, die im vergangenen Jahr die Proben, Gottesdienste und Konzerte so fleißig und begeistert besucht und damit deutlich gemacht haben, wie wichtig, wie wesentlich, wie wunderbar evangelische Kirchenmusik auch heute – rund 270 Jahre nach Johann Sebastian Bach – Menschen für das Evangelium Jesu Christi zu gewinnen vermag.
So werde ich auch in Zukunft weiter an meiner eigenen Form der Verwirklichung einer »wohlbestellten Kirchenmusik« im Sinne Bachs in Zuffenhausen arbeiten, immer im Dialog mit dem Dekan, den Pfarrern, den kirchenmusikalischen Ensembles und den Kantorenkollegen im Kirchenkreis Stuttgart, mit denen ich zusätzlich noch den Stuttgarter C-Kurs zur Nachwuchsförderung unterrichtend durchführe.
Die große Aufgabenfülle hier in Stuttgart, die Verantwortung für die Gemeinde und das Dekanat im Bereich der Kirchenmusik, der interreligiöse Dialog in Zuffenhausen, die Kooperation mit dem Kirchenkreis, aber auch die dafür notwendige Zeit der inneren Ruhe, kontemplativen Sammlung und eigenen Ausgeglichenheit sind und bleiben für mich auch nach einem Jahr im Amt weiterhin Herausforderung und Chance zugleich, die mein Leben reich machen und erfüllen.
Das gelingt am allerbesten, wenn Sie – egal ob haupt-, neben- oder ehrenamtlich Mitarbeitende oder auch jedes einzelne Gemeindeglied – mich dabei nach Kräften unterstützen und inspirieren, wie ich es bis dato schon oft erfahren durfte und hoffentlich zukünftig weiter erfahren werde.
Ich schließe meinen Rückblick mit einem Zitat von Johann Sebastian Bach, das den Sinn einer wahren und ausstrahlungskräftigen Kirchenmusik zeitlos umschreibt: »... damit diese eine wohlklingende Harmonie gebe zur Ehre Gottes und zulässiger Ergötzung des Gemüts ...!«
Auf gemeinsames Musizieren – SOLI DEO GLORIA – freut sich

Ihr Kantor Alexander Kuhlo

Alexander Kuhlo stellt sich vor

© privat

Alexander und Marit Kuhlo

»Liebe Mitarbeiter am Psalm 150«
So pflegte mein in Bläserkreisen berühmter Urgroßvater, »Posaunengeneral« Johannes Kuhlo (1856-1941), die Menschen in seinem Umfeld gerne anzusprechen und wies damit gleich auf den geistlichen Auftrag seiner lebenslangen Bemühungen um die »musica sacra« hin, zumal auch die Blechblasinstrumente in diesem Psalm eine ganz besondere Rolle spielen.
So möchte ich zu meinem Dienstantritt auch Sie freundlich ansprechen. Als Urenkel von Johannes Kuhlo habe ich die Ehre, ab September zusammen mit meiner Frau Marit, die mich als Sopranistin in meiner kirchenmusikalischen Arbeit tatkräftig unterstützt, bei Ihnen in der Gemeinde und im Kirchenkreis Stuttgart in der Nachfolge von Hans-Rudolf Krüger als neuer Dekanatskantor wirken und leben zu dürfen. Welch eine Freude!
Aufgewachsen und studiert in Hannover, aus einem musikalisch vorgeprägten Elternhaus kommend, trat ich nach absolviertem A-Studium und weiteren Orgelstudien bei Prof. Daniel Roth (Paris, Frankfurt/Main) meine erste hauptamtliche Kantorenstelle in Reichenbach im sächsischen Vogtland an. Danach folgten Stationen in Göttingen als Kirchenkreiskantor mit Schwerpunkten in der C-Ausbildung und chorischer Projektarbeit, der Aufstieg in eine A-Stelle als Kreiskantor im Ev. Kirchenkreis Altenkirchen mit großen Chorkonzerten (Fauré-Requiem, Keiser-Weihnachtsoratorium, Puccini-Messe, Mozart- und Haydn-Messen und Rutter-Te Deum) und einem integralen Bach-Orgelzyklus. Nun, mit 45 Jahren, dürfen meine Frau und ich zu Ihnen in die Kirchengemeinde Zuffenhausen kommen. Ich freue mich auf die Begegnungen und die Zusammenarbeit. Dazu gehören natürlich die bestehenden Ensembles Kantorei und Posaunenchor, die Weiterführung der Konzertreihe Stuttgarter Orgelmatinee und die Tradition der Chorkonzerte am 2. Weihnachtsfeiertag,  diesmal mit einem Bach-Vivaldi-Programm. Aber nicht nur die sinnvolle Fortsetzung der Arbeit meines Vorgängers ist mir ein Anliegen, sondern auch das Setzen eigener musikalischer Akzente und Schwerpunkte im konzertanten Bereich sowie die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Zunächst einmal möchte ich jedoch eines – ankommen. Dazu gehören viele Besuche, das Gestalten der wöchentlichen Proben und Gottesdienste, Gespräche mit den Kollegen in den Gemeinden des Dekanatsbezirks und im Kirchenkreis u.v.m.
»Cantate et gaudete ad magnam gloriam Dei!« – Singet und freuet euch zur großen Ehre Gottes! Da ich meine kirchenmusikalische Arbeit vor allem als Dienst für Gott und an den Menschen verstehe, freue ich
mich darauf, dies nun mit Ihnen tun zu dürfen, und lade herzlich zum Mitsingen und Mitblasen in Kantorei und Posaunenchor ein. Meine Frau und ich sind im besten Sinne neugierig auf Sie und die Gemeinde.
Meine Frau arbeitet seit August beim katholischen Stadtdekanat und wird sich als Sängerin vielfältig in die Gemeindearbeit und bei Konzerten mit einbringen.
Es ist unser Wunsch, endlich im Leben da anzukommen, wo wir beruflich und privat eine Heimat finden können. Dieser Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen.
Um mit einem Bach-Zitat zu schließen, welches mich sehr bewegt und berührt: »NB. Bey einer andächtig Musig ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart« (Notiz von J. S. Bach bei. 2. Chronik 5,13). Möge sich dies in meiner Stuttgarter Kantorenzeit immer wieder ereignen!


Alexander und Marit Kuhlo
September 2016