Impuls

Die Ferien sind zu Ende und die Schule geht wieder los. Ein neues Schuljahr beginnt. Was wird es bringen? Hoffentlich viele neue Erkenntnisse, Wiedersehen mit FreundInnen und viel Spaß.
Manche Kinder allerdings gehen mit einem großen »Rucksack« an Erwartungen in die Schule. Es sind nicht ihre eigenen Erwartungen,sondern die ihrer Eltern: »Sei erfolgreich!« »Bring gute Noten nach Hause!« »Leiste was!« Ausgesprochen oder auch nicht, werden diese Erwartungen mitgegeben.
Natürlich wollen Eltern das Beste für ihr Kind. Es soll es gut haben im Leben. Aber wenn die Erwartungen einseitig auf die Leistung des Kindes zielen, können sie zu einer schweren Last werden – einer Last, an der manche Menschen ein Leben lang zu tragen haben.
Erfolg lässt sich aber nicht allein in Noten messen.
Liebenswert ist ein Kind nicht erst dann, wenn es »funktioniert« oder Höchstleistungen vollbringt. Schon zum Laufen lernen gehört das Stolpern, das Hinfallen und das Immer-wieder-Probieren dazu.
Wichtiger als ein Rucksack voller Erwartungen ist ein Rucksack voller Liebe und Vertrauen. Denn der hilft einem Kind zu wachsen und zu reifen – in seinem ganz eigenen Tempo.
Zu diesen Gedanken hat mich der Monatsspruch aus dem Matthäusevangelium angeregt:»Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?«
In der großen Politik können wir derzeit studieren, wie es ausgeht, wenn jemand die Welt in »Gewinner« und »Verlierer« sortiert. Wenn ein Mensch Macht in einem gewichtigen Teil der Welt gewinnt und seine Seele dabei nicht unbeschadet bleibt. Dann leiden auch die Menschlichkeit und das Miteinander weltweit. Kein erstrebenswerter Zustand, finde ich.

Ihre Dekanin Elke Dangelmaier-Vinçon