Impuls

Liebe Leserinnen und Leser!

Neulich, beim Vorbereiten des Gartens für das Frühjahr, musste ich einige Stellen von Efeu befreien, das sich dort extrem ausgebreitet hatte. Unabhängig vom Standort, ob im Schatten oder in der prallen Sonne, das Efeu gedeiht dort vortrefflich. Dabei musste ich an meine Heimat in Kirchheim denken. Zum 100-jährigen Jubiläum der Bäckerei hatten wir von einem Bekannten eine schöne alte Balkenwaage bekommen, in deren Messingschalen jeweils ein Efeu eingepflanzt war. Trotz eines hellen Standortes war dem eingepflanzten Efeu kein langes Leben beschieden. Auch bei guter Pflege und regelmäßigem Düngen wollten die Pflanzen nicht gedeihen.
Was mir beim Abräumen im Garten auffiel, war, dass das Efeu nicht nur mit der Wurzel im Erdreich sitzt, sondern immer wieder entlang der Ranken eine Art Nebenwurzeln ausbildet und so mit dem Erdreich an vielen Stellen in Verbindung bleibt und das wohl auch braucht, um gedeihen zu können.
So ist mir das Efeu zu einem Sinnbild für unseren christlichen Glauben
geworden:
Die Wurzel – der Ursprung – ist im dreieinigen Gott gelegt. Aber wenn
der Glaube sonst keine weiteren Verbindungen mehr hat, verkümmert und erstirbt er über kurz oder lang. Wie das Efeu die Verbindung zum Erdreich an mehreren Stellen benötigt, so braucht auch der Glaube immer wieder Vernetzungen zu anderen Glaubenden. Das kann beispielsweise der Besuch des Sonntagsgottesdienstes sein, aber das können auch Begegnungen, Austausch und Gespräche in den verschiedenen Gruppen und Kreisen sein, die in unseren Gemeinden angeboten werden. So kann sich unser Glaube entwickeln, wachsen,reifen und Früchte bringen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen auch ein paar dieser Vernetzungspunkte.

Ihr Kirchengemeinderatsvorsitzender Heinz Stohrer