Pauluskirche

Unterländer Str. 15, 70435 Stuttgart-Zuffenhausen
 
Am 8. März im Jahre 1903 wurde die vom Architekten Heinrich Dolmetsch im neoromanischen Stil erbaute Pauluskirche eingeweiht.
 

Foto: Ulrich Behrend

Pauluskirche

Sogar König Wilhelm II. war mit Königin Charlotte eigens dafür angereist.

Ihre Ausstattung war für die damalige Zeit außergewöhnlich: Die elektrische Einrichtung von Orgel, Geläut und Licht wird von Zeitgenossen gar als "erstmalig in der ganzen Welt" gepriesen. Rund 1000 Menschen bot das Gotteshaus, dessen Namenspatron der Apostel Paulus ist, Platz. Herausragend auch der Kirchenturm: Mit seinen 49 Metern ist er ungewöhnlich hoch und damit bis heute ein Wahrzeichen Zuffenhausens.

Bei einem Luftangriff brannte die Kirche während des Zweiten Weltkrieges am 10. September 1944 aus. Allein der Turm blieb standhaft. Im Jahre 1953 wurde sie wieder eingeweiht.

30 Jahre später war ein Umbau des Innenraums unumgänglich geworden. Unter den Galerien wurden neue Gemeinderäume geschaffen. 550 Leute passen nun in den Kirchenraum.

Anlässlich des Jubiläums gibt es einen Papierbastelbogen. Damit kann sich dann jeder, ob Groß oder Klein, für 3 EUR pro Bogen die Pauluskirche daheim basteln. Erhältlich ist der Bogen im Gemeindebüro oder nach den Gottesdiensten in der Pauluskirche.

Die Pauluskirche können Sie auch unter der Woche besuchen:
Die Kirche ist ganzjährig (außer Sommerferien) am Montag und Mittwoch bis Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr, sowie Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr geöffnet.

Gottesdienst feiern wir sonntags um 11 Uhr.

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Die Pauluskirche außen und innen

Gottesdienst in Zuffenhausen

Chorfenster der Pauluskirche

Chorfenster der Pauluskirche

von Liselotte Schambeck

Pfingsten ist das Thema des Chorfensters in der Pauluskirche. Mit seiner starken Ausdruckskraft und den kräftigen Farben von Geld über verschiedene Blaustufen, roten und grünen Glasflächen zieht es den Blick der Gottesdienstbesucher auf sich. Besonders eindrucksvoll leuchtet es bei Sonneneinstrahlung oder Abendveranstaltungen, wenn es von aussen angestrahlt wird. 1956 gestaltete Christian Oehler dieses Betonglasfenster. Oehler wurde am 25. März 1909 in Bad Cannstatt geboren und studierte von 1932 bis 1939 an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Er schuf Aquarelle, Ölbilder und Lithografien.

Seine größten Erfolge hatte er in der kirchlichen Kunst mit Blei- und Betonglasfenstern. In neun Stuttgarter Kirchengebäuden befinden sich seine Werke. Sein Wirkungskreis ging weit über Deutschland hinaus.

Er starb am 7. November 1986 in Netstal bei Glarus in der Schweiz. Im Sommer 2009 fand für Christian Oehler in Zuffenhausen eine Gedenkveranstaltung zu seinem 100. Geburtstag statt.

Wandgemälde und Friese von Wilhelm Richard Heinrich Wiedmann

Wandgemälde Großes Festmahl und Fries Der heilende Jesus

Mitte der 1980er Jahre wurde die Pauluskirche umgebaut und saniert. Im Zuge dessen bekam 1984 der Künstler Wilhelm Richard Heinrich "Willy" Wiedmann (1929-2013) den Auftrag, den Innenraum der Pauluskirche künstlerisch zu gestalten. In sechsmonatiger Arbeit schuf Wiedmann vier Wandgemälde und drei große Friese zu verschiedenen biblischen Themenkreisen. Gestaltet sind sie in seinem eigenen Malstil, der Polykonmalerei.

Inspiriert duch die Innengestaltung der Pauluskirche, widmete sich Wiedmann später seinem Lebenswerk: Sechzehn Jahre lang arbeitete er an der längsten gemalten Bibel. Es entstand ein forlaufendes Leporello mit über 3.000 Seiten im Stil der Polykonmalerei.

Am 28. Februar 2016 veranstaltete die Pauluskirche einen Gedenkgottesdienst zu Ehren von Willy Wiedmann. Dort wurde die "längste Bibel der Welt" präsentiert.

Weitere Informationen
Willy-Wiedmann-Gedenkgottesdienst am 28.02.2016
Die Wiedmann-Bibel