Lesepult, Oster- und Altarleuchter der Johanneskirche

Beim Betreten der Johanneskirche fällt ihre Schlichtheit und kühle Struktur in aller Regel positiv auf. Seit einigen Monaten wird dies zusätzlich durch die neuen Oster- und Altarleuchter und den Ambo – Lesepult für die Schriftlesung – unterstrichen.
Der Künstler Immanuel Preuss, der vor einigen Jahren bereits das Altarkreuz in der Johanneskirche gestaltet hat, wurde vom Kirchengemeinderat mit der Anfertigung beauftragt.
Wir freuen uns, dass er seine Überlegungen zur Ausgestaltung nachstehend zusammenfasst:


»Die architektonische Erscheinung der Johanneskirche im Innenraum ist betont schlicht.
Die von mir konzipierten Ausstattungsstücke Ambo, Osterleuchter und Altarleuchter sind in einer bewusst einfachen und klaren Formensprache gehalten, um mit dem historischen Kirchenraum ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen.
Ambo und Osterleuchter haben die Gestalt einer schlanken Stele. Sie flankieren den Chorraum und bilden gewissermaßen den Rahmen für Altar und Altarkreuz. Der Ambo aus Ulmenholz fügt sich selbstverständlich in das vorhandene Ensemble ein, der Schaft des Osterleuchters aus Sandstein korrespondiert mit dem Material desTaufsteins. Die Altarleuchter sind aus Neusilber gegossen, einer anspruchsvollen Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink, in ihrer Erscheinung ganz dem Silber verwandt. Auf der polierten Oberfläche zeigen sich noch minimale Spuren des Gussvorgangs als Materialeigenschaft, zugleich spiegeln sich darin die unterschiedlichen Lichtverhältnisse des Kirchenraums als lebendiges Spiel von Kultgegenstand und dessen Umraum. Durch die abgestufte Form der Leuchter entsteht ein intensives Wechselspiel aus aktiven und passiven Momenten. Dieser dynamisch aufsteigende Rhythmus des Leuchters führt geradlinig hin zur Altarkerze, ist gewissermaßen die Vorbereitung für deren Licht.
Das Kopfteil des Osterleuchters ist nach dem gleichen Formprinzip gestaltet und steht somit im ästhetischen Dialog mit den Altarleuchtern.«


Die neuen Oster- und Altarleuchter sowie der Ambo fügen sich nach meinem Dafürhalten sehr gut in die Johanneskirche ein. Dafür sind wir dem Künstler Immanuel Preuss sehr dankbar.

Dekan Klaus Käpplinger