Konfirmation - das eigene Ja

Für viele evangelische Jugendliche ist der Tag der Konfirmation das größte Fest in ihrem bisherigen Leben. Viele Gäste reisen an und zeigen mit Geschenken, wie sehr die Jugendlichen ihnen am Herzen liegen. In den Gemeinden unserer Landeskirche werden jährlich über 23.000 Jugendliche konfirmiert.
Damit die KonfirmandInnen auf diesen großen Tag gut vorbereitet sind, besuchen sie vorher acht Monate den Konfirmandenunterricht. Dort geht es nicht um Leistung, sondern die Jugendlichen stehen mit ihren Fragen zum Sinn des Lebens, zur Zukunft und zum Glauben im Mittelpunkt. Zusammen mit den anderen lernen sie Kirche und Kirchengemeinde kennen und erfahren, was den christlichen Glauben ausmacht. Bei Konfirmandentagen und -freizeiten, bei besonderen Gottesdiensten wie z. B. ChurchNight erleben sie in der Konfi-Gruppe Gemeinschaft, Spaß und Spiritualität. Die Pfarrer-Innen und die Gemeinde geben ihnen wichtige Impulse für ihr künftiges Leben.
Das Wort »confirmatio« bedeutet »Befestigung, Bekräftigung«. Im festlichen Konfirmationsgottesdienst bestätigen die Jugendlichen als mündige Christen das Versprechen, das ihre Eltern und Paten bei ihrer Taufe gegeben haben. Oder, wenn sie nicht als Kind getauft wurden, werden sie im Konfirmationsgottesdienst getauft und sagen dabei ihr eigenes Ja. Dadurch wird erneut deutlich, dass Gott Ja zu ihnen sagt, sie so annimmt, wie sie sind. Von nun an gelten sie als mündige Mitglieder der christlichen Gemeinde und entscheiden auf Grundlage der Bibel selbst über ihren Glauben.
Den Konfirmandenunterricht besuchen Jugendliche in der Regel im achten Schuljahr, gehen in dieser Zeit regelmäßig sonntags in die Kirche und nehmen auch am Abendmahl teil.
Zur Konfirmation bekommen die Jugendlichen einen eigenen Denkspruch, der ähnlich wie der Taufspruch eine Art Lebensmotto sein kann. Er gilt als der von Gott zugesagte Segen, wenn die Pfarrerin oder der Pfarrer ihn mit einer segnenden Geste während des Gottesdienstes verbindet. Meist suchen die Jugendlichen ihren Spruch selbst aus, oft entstehen dabei intensive Gespräche in der Gruppe.
Als konfirmierte Christen können die Jugendlichen Patin bzw. Pate werden. Umgekehrt endet offiziell das Amt der Paten mit der Konfirmation, doch oft bleibt diese besondere Beziehung bestehen.

Pfarrer Volkmar Rupp
März 2016

Persönliche Glaubensbekenntnisse von Konfirmanden

Zum Konfirmandenunterricht gehört, dass die KonfirmandInnen versuchen, ihren eigenen Glauben in Worte zu fassen. Mündlich fällt das natürlich schwer, sich vor der Gruppe zu »outen«. Schriftlich aber machen (meist) alle gerne mit. 20 Minuten Zeit zum Nachdenken, Formulieren. Namenlos wird das Bekenntnis abgegeben, von Karin Stich im Gemeindebüro – soweit leserlich – abgeschrieben und in der nächsten Stunde liegen die gesammelten Bekenntnisse vor. Immer wieder sind es erstaunliche Bekenntnisse, die zum Nachdenken anregen.

Pfarrer Dieter Kümmel
März 2016

• Ich gebe mir keine Vorsätze, denn ich glaube an Gott. Ich lasse mir nichts vorschreiben, denn ich glaube an Gott. Ich lebe mein Leben, denn ich glaube an Gott. Ich glaube an meine Träume, denn ich glaube an Gott. Ich habe eine Religion, denn ich glaube an Gott. Ich versuche, Streit zu vermeiden, denn ich glaube an Gott. Ich lebe meine Freiheit und glaube an die Liebe, denn das ist mein Glaubensbekenntnis und ich entdecke eine Erkenntnis: Ich glaube an Gott.

• »I have a dream, one day« wurde diese Welt erschaffen, durch den allmächtigen Vater und durch seine Hand schuf er auch den Menschen; um zu leben schuf er ihn, um zu spüren, wie sich das anfühlt. Meinen Gott muss ich lieben wie mich selbst. Sein Sohn Jesus Christus zeigt uns, wie Gott uns liebt und vielleicht, dass man immer kämpfen muss. Ihm können wir uns hingeben. Er ist ein Teil im Herzen jedermanns, egal, wie fremd er uns ist.

• Viele glauben an nichts. Andere glauben an sich, an ihre Kraft und Stärke. Ich glaube an Gott, aber ich bin mir nicht immer sicher. Ich habe ihn nicht gesehen und ich habe meine Zweifel, ob alles stimmt, was in der Bibel erzählt wird. Dennoch glaube ich – nicht nur so und für alle Fälle – sondern weil vieles dafür spricht, dass Gott da ist und weil mich Jesus, seine Liebe zu den Menschen so beeindruckt. Dass ich Gott manchmal nahe bin, das bewirkt der Heilige Geist. Es ist gut, dass es eine Kirche und Gemeinde gibt: ich allein mit meinem Glauben wäre verloren.

• Ich glaube an Gott, der die Welt mit all den fantastischen Kreaturen geschaffen hat. Der uns Menschen, den Tieren und allen Pflanzen einen so wunderbaren Ort zum Leben gegeben hat. Der die schützende Hand über uns hält in allen schwierigen Situationen, die wir meistern müssen und auch sonst. Ich glaube an Jesus Christus, seinen Sohn, der die Welt rettete. Der die Menschen heilte und uns das Beten lehrte. Der für uns gestorben ist, um uns seine Liebe zu beweisen.