Freundeskreis Kirchenmusik

30.04.16: Ausflug des Freundeskreises für Kirchenmusik und der Pauluskantorei

Wenn sich am frischen Himmelsblau die Frühlingssonne erhebt, ist der Ruf ins Grüne stark zu vernehmen. Und so war der Samstag 30. April 2016 gut gewählt und alle meteorologischen Voraussetzungen gegeben, um nicht nur eine Reise von A nach B, sondern genauer von SZ nach SG zu unternehmen. Und so starteten 21 Mitglieder der Pauluskantorei und des Freundeskreises für Kirchenmusik am Vormittag in Stuttgart-Zuffenhausen in umwelterträglichen Mitfahrgruppen in den Maisprung Richtung Schwarzwald mit Ziel Sulz-Glatt, um dem mittelalterlichen Ensemble des Wasserschlosses einen Besuch abzustatten.
In friedlich ruhiger Beschaulichkeit erwartete uns neben den altehrwürdigen Mauern der respektabel erhaltenen wie behutsam restaurierten Anlage eine fachkundige Mitarbeiterin, um uns in der evangelischen Schlosskapelle von der wechselvollen und nicht unbedeutenden Geschichte des Anwesens zu erzählen und hernach durch die Räume zu führen. In der wertvoll bestückten Rüstkammer erfuhren wir von der Sprichwörtlichkeit eines Gassenhauers ebenso wie vom Sinn, eine Lanze zu brechen.
Beachtlich und mit viel Liebe präsentierte sich die Dauerausstellung zur Bernsteinschule, die den Neubeginn der Kunstakademie nach dem zweiten Weltkrieg in Württemberg darstellt und mit Namen wie Paul Kälberer und HAP Grieshaber stark verbunden ist.
Nach diesem interessant kurzweiligen Lehrgang lockten im nicht unbekannten Schlosscafé Torte, Kuchen und Kaffee. Bei einem wohltuenden Spaziergang am Waldrand oberhalb der Glatt stellte sich ein nächster Appetit kultureller Art ein, und so ging es auf der Weiterfahrt nach Horb.
In der Stiftkirche am Neckarort erwartete uns eine sachkundige Führung durch KMD Karl Echle, vornehmlich zur ganz frisch renovierten Orgel (II/34) mit ihrem Ursprung aus dem Jahr 1727.
Mit Bachs Präludium C-Dur (BWV 547) sowie der Choralpartita ‚Ach wie flüchtig, ach wie nichtig‘ von Georg Böhm stellte uns der Freudenstädter Regionalkantor aufs Beste das Instrument mit seinen frischen und charaktervollen Klangfarben vor und veranschaulichte die ungebrochene Aktualität der Barockmusik. Im Anschluss durften auch wir uns mit Essays  der Orgel hingeben. Mit dem gemeinsam angestimmten Kyrie aus der ‚Eesti Missa‘ von Urmas Sisask, das Herr Echle sympathisch spontan im Gesang unterstütze, entfaltete sich ein wunderbar tragender Klangteppich in der großen Akustik des Kirchenschiffes.
Nach der unserem Namen verpflichenden Kür folgte alsbald der abendliche Ausklang bei schwäbischem Tisch, namentlich im ‚Zum Schiff‘, unweit der Kirche und hoch über dem Neckar gelegen.
Ein gelungener, die Gemeinschaft stärkender Tag neigte sich dem Ende. Und so gilt es an dieser Stelle herzlich Dank zu sagen Herrn Krüger und allen, die organisatorisch am Gelingen dieses schönen Ausflugtages beteiligt waren, ganz besonders dem Freundeskreis für die Initiative und freundliche finanzielle Unterstützung. Ein Tag, der uns Lebensfreude in Gottes reicher Schöpfung schenkte, mithin menschlich kreativ Großes bestaunen ließ und uns in der Musik Verbundene unter dem Dach der Kirche Sinnhaftigkeit und Freude schenkte. Da capo.

Bernd-Uwe Grand
Mai 2016