Das erste Kantorenjahr in Gemeinde, Dekanat und Kirchenkreis

»Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen.«
Mit Worten des schwäbischen Dichters Eduard Mörike beginne ich in den sonnenglühenden Herbsttagen meinen Rückblick auf das vergangene Jahr gemeinsamen Musizierens in unserer Kirchengemeinde.
Als ich im September 2016 bei Ihnen, liebe Zuffenhäuser Gemeindeglieder, nach fast fünf Jahren als Kreiskantor im ländlichen Westerwald meinen Dienst als neuer Dekanatskantor in der Nachfolge von Hans-Rudolf Krüger antrat, traf ich zum einen auf vielfältige berufliche Herausforderungen, aber vor allem auch auf Sie, die musikbegeisterten und musikliebenden Menschen in allen kirchenmusikalischen Ensembles und in der Gemeinde.
Seither strebe ich mit Ihnen bewusst das an, was auch meinem großen Vorbild im Kantorenamt, Johann Sebastian Bach, in seinem »Entwurf einer wohlbestallten Kirchenmusik« von 1730 wichtig war: eine
Kirchenmusik, die sich einerseits an den liturgischen Gegebenheiten vor Ort, den Bedürfnissen der Menschen in der Gemeinde und den Vorstellungen der vorhandenen Pfarrerschaft orientiert. Aber nicht zuletzt versucht sie auch immer wieder neu, den hohen Qualitätsmaßstäben, für die Bach zeitlebens eingetreten ist, gerecht zu werden.
Ein großer Schatz der Kirchenmusik in Zuffenhausen ist das vorhandene Instrumentarium, allen voran die große Mühleisenorgel: ein Meisterinstrument, welches ich seitdem versucht habe, in den zahlreichen Orgelmatineen und unterschiedlichen Gottesdiensten angemessen zum Klingen zu bringen. Im neuen Jahr möchte ich mit dem Themenkonzept »Orgel Plus ...« (Instrument oder Singstimme) noch mehr Menschen dafür gewinnen, den wunderbaren Klangfarben und dem tiefen Sinngehalt der Orgelmusik zu lauschen.
Dabei gilt für mich die Überzeugung des Malers Max Beckmann aus dem Jahr 1938: »Die Kunst dient der Erkenntnis, nicht der Unterhaltung.«
In diesem Sinne ist auch mein integraler Bach-Orgelkonzertzyklus zu verstehen, den ich seit Februar 2017 in der Johanneskirche gestalte und der 2018 seine kontinuierliche Fortsetzung erfährt. Immer wird dabei der interessierte, offene Zuhörer durch konzentrierte Einführungen eingestimmt, soll er doch selbst die Schönheiten dieser großartigen Musik erleben – wie Johann Nikolaus Forkel, Bachs erster Biograph, über die Bach’schen Triosonaten für Orgel schrieb: »Von ihrer Schönheit kann man nicht genug sagen.«
Charakteristisch und vielfältig zugleich ist die Fülle der unterschiedlichen Gottesdienstformen in Zuffenhausen, wenn ich an die vielen Themengottesdienste, mittendrin-Gottesdienste, musikalischen
Gottesdienste, Familiengottesdienste etc. denke, die ich seit her erleben und mitgestalten durfte.
Der größte Schatz sind für mich die Menschen in den kirchenmusikalischen Ensembles: die begeisterungsfähigen SängerInnen der Pauluskantorei, die BläserInnen im Posaunenchor, aber auch die Kinder im Dietrich-Bonhoeffer-Kinderhaus, wo ich allwöchentlich ein Singeangebot mache und dieses an die Kinder aus den verschiedenen Nationen und Religionen herantrage; darüber hinaus die alten Menschen im Samariterstift und nicht zuletzt Sie, die Gemeindeglieder an den drei Gottesdienstorten Paulus-, Johannes- und Michaelskirche.
Mein ganzes Engagement und künstlerisch-pädagogisches Können wurde im ersten Amtsjahr von den Menschen reichlich belohnt.
Dafür gilt es, einen herzlichen Dank auszusprechen, und zwar all denjenigen, die im vergangenen Jahr die Proben, Gottesdienste und Konzerte so fleißig und begeistert besucht und damit deutlich gemacht haben, wie wichtig, wie wesentlich, wie wunderbar evangelische Kirchenmusik auch heute – rund 270 Jahre nach Johann Sebastian Bach – Menschen für das Evangelium Jesu Christi zu gewinnen vermag.
So werde ich auch in Zukunft weiter an meiner eigenen Form der Verwirklichung einer »wohlbestellten Kirchenmusik« im Sinne Bachs in Zuffenhausen arbeiten, immer im Dialog mit dem Dekan, den Pfarrern, den kirchenmusikalischen Ensembles und den Kantorenkollegen im Kirchenkreis Stuttgart, mit denen ich zusätzlich noch den Stuttgarter C-Kurs zur Nachwuchsförderung unterrichtend durchführe.
Die große Aufgabenfülle hier in Stuttgart, die Verantwortung für die Gemeinde und das Dekanat im Bereich der Kirchenmusik, der interreligiöse Dialog in Zuffenhausen, die Kooperation mit dem Kirchenkreis, aber auch die dafür notwendige Zeit der inneren Ruhe, kontemplativen Sammlung und eigenen Ausgeglichenheit sind und bleiben für mich auch nach einem Jahr im Amt weiterhin Herausforderung und Chance zugleich, die mein Leben reich machen und erfüllen.
Das gelingt am allerbesten, wenn Sie – egal ob haupt-, neben- oder ehrenamtlich Mitarbeitende oder auch jedes einzelne Gemeindeglied – mich dabei nach Kräften unterstützen und inspirieren, wie ich es bis dato schon oft erfahren durfte und hoffentlich zukünftig weiter erfahren werde.
Ich schließe meinen Rückblick mit einem Zitat von Johann Sebastian Bach, das den Sinn einer wahren und ausstrahlungskräftigen Kirchenmusik zeitlos umschreibt: »... damit diese eine wohlklingende Harmonie gebe zur Ehre Gottes und zulässiger Ergötzung des Gemüts ...!«
Auf gemeinsames Musizieren – SOLI DEO GLORIA – freut sich

Ihr Kantor Alexander Kuhlo

RUSSISCHE KLANGPERLEN IN DER „STUTTGARTER ORGELMATINÉE" 133

Einen besonderen Länderschwerpunkt hatte die inzwischen 133. Stuttgarter Orgelmatinée am vergangenen Sonntag in der Zuffenhäuser Pauluskirche, zu der Dekanatskantor Alexander Kuhlo an der Orgel, gemeinsam mit seiner Frau Marit Kuhlo (Sopran) und der Pianistin Evgenia Sheykhet (Klavier) ca. 100 interessierte Zuhörer begrüßen konnte: RUSSISCHE MUSIK.

Mit einem fein ausgewählten, filigranen, aber zugleich klangprächtigen Programm, das seinen Bogen von romantisch angehauchten Kompositionen, wie den Liedern von Rachmaninoff und den von Bach inspirierten Choralvariationen eines Tanejew an der Orgel über moderne Härten und dissonante Akkordballungen bei den Klavierstücken Prokofiews und der orchestralen Passacaglia vonn Schostakowitsch aus dessen früher, damals schockierender Oper „Katerina Ismailova“ aus dem Jahr 1934 bis hin zu dem weltberühmten Jazz-Walzer Nr. 2 von Schostakowitsch, dessen Melodie als Filmmusik bekannt wurde, reichte, begeisterten die drei Musiker ihr Publikum.

Die Verschmelzung der eigenen kulturellen Ideen und Volksliedmelodien mit den kompositorischen Errungenschaften der europäischen Kultur- und Kunstwelt – genau das machte den Reiz bei diesem Konzert aus, das durch seinen Abwechslungsreichtum von Orgelstücken, Liedern und Klavierstücken bestach.

Die klare Sopranstimme Marits Kuhlos und deren vorzügliche Aussprache dessen russischen Textes, aber auch das kristalline,. feinfühlige und zugleich dramatisch-impulsive Klavierspiel Evgenia Sheykhets ergänzten das sinfonische Orgelspiel von Alexander Kuhlo in bester Weise.
Lang anhaltender Applaus belohnte die Künstler für ihre gestalterische Leistung und es war erfreulich wahrzunehmen, dass sich unter den zahlreichen Zuhörern nicht wenige Russen befanden, die heute in Deutschland leben und dieses besondere Konzert keineswegs versäumen wollten.

Die nächste Orgelmatinée im Jahr 2018 findet am 28.1. 2018 um 11 Uhr in der Pauluskirche statt und leitet einen neue Thematik ein: ORGEL PLUS... -
der Reigen der sechs Konzerte beginnt mit Wetrken von Paul Hindemith, einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts in Deutschland, der leider auch wie so viele in der Nazizeit nach Amerika emigrieren musste und dort seine wunderbaren „Drei Orgelsonaten“ schrieb, die zusammen mit den „Hölderlin-Liedern“, gesungen vom Bassisten Christian Kuhlo aus Hannover, das Programm ausfüllen werden.

Herzliche Einladung dazu!

Neuer Bach-Orgelzyklus 2018 in der Johanneskirche

Posaunenchor Zuffenhausen sucht neue BläserInnen für das geplante ADVENTSKONZERT am 1. Advent (03. Dezember, 17 Uhr, Ev- Pauluskirche Zuffenhausen) und bietet eine reizvolle Ausbildungsmöglichkeit für NACHWUCHSBLÄSER/INNEN -

Es gehört zur guten Tradition in Zuffenhausen, dass der leistungsstarke Posaunenchor am 1. Advent zum Zuhören und Mitsingen bekannter Adventslieder beim großen ADVENTSKONZERT für Blechbläser und Orgel einlädt! Dekanatskantor Alexander Kuhlo hat anspruchsvolle, aber zugleich leicht ins Ohr gehende Stücke von Dubois, Pezelius, Bach, Humperdinck, Graap u.a. und vor allem bekannte Advents- und Weihnachtslieder zum Mitsingen herausgesucht. Wer gerne mit seinem Blechblasinstrument bei diesem tollen Projekt einsteigen möchte, ist ab sofort herzlich bei den wöchentlichen Proben im Ferienwaldheim (Lange Allee 8), immer am Mittwochabend von 20 bis 21.30 Uhr, herzlichen willkommen! Noten gibt es gleich beim ersten Probenbesuch.

Außerdem wird die Nachwuchsausbildung in Zuffenhausen ganz groß geschrieben und der Posaunenchor lädt alle Interessierten - ob Jung oder Alt - zu einer Schnupperstunde ein - bei Interesse wird sogar professioneller Instrumentalunterricht ermöglicht und ein Leihinstrument zur Verfügung gestellt.

Infos zu beiden musikalischen Angeboten gibt es bei: Dekanatskantor Alexander Kuhlo (0151-64625963 oder Alexander.Kuhlo@elkw.de)

Einladung zum Mitsingen beim neuen Weihnachts-Chorprojekt ab 5. September 2017 im Johanneshof (20 Uhr)

Die Pauluskantorei startet das nächste Chorprojekt für das Chor- und Orchesterkonzert am 2. Weihnachtstag um
17 Uhr: das »Oratorio de Noel« (Weihnachtsoratorium) des französischen Neoklassizisten Camille Saint-Saens (1835-1921).
Dazu kommt noch die wunderbare Kantate von Johann Sebastian Bach (BWV 133, »Ich freue mich in dir«), französische Instrumentalmusik für Harfe und Streicher von Claude Debussy (»Danse sacrée et Danse
profane«), das schmerzliche »Pie Jesu Domine« für Solo-Sopran, Harfe und Streicher aus dem Jahr 1918 von Lili Boulanger sowie das »Cantique de Noel« von Adolphe Adam in der Bearbeitung von Ernst-Thilo Kalke.
Dieses neue Chorprojekt bietet eine gute Gelegenheit für interessierte SängerInnen, mit der Pauluskantorei ein oratorisches Werk mit Orchester aufzuführen!
Ein Probenwochenende am 3. und 4. November (Freitagabend und Samstag ganztägig) bietet Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und zur intensiven Vorbereitung.
Herzliche Einladung dazu im Namen aller SängerInnen, gerne auch zu einer Kennenlernprobe!
Kontakt: Alexander Kuhlo, Tel. 0151-64 62 59 63,
alexander.kuhlo@elkw.de

Zuffenhäuser Sommerserenade - ein Rückblick

Zur 27. Sommerserenade führte Dekanatskantor Alexander Kuhlo verschiedene Musikgruppen aus Zuffenhausen und weiteren Gemeinden zum gemeinsamen Musizieren zusammen und dirigierte schwungvoll: den Posaunenchor Zuffenhausen, die Singgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Kinderhauses, die Pauluskantorei und das Blockflötenorchester.
Der bunte musikalische Reigen dauerte weit über eine Stunde, aber die Zeit verging wie im Flug und die begeisterten Zuhörer spendeten großzügig für die Kirchenmusik und genossen das leckere Essen und die kühlen Getränke bei der anschließenden Hocketse.


Claudia Dicke und Margarethe Vaihinger

Konzertbesprechung – PASSIONSKONZERT „Crucifixion“ am Karfreitag (14.4.) in der Pauluskirche

Ein großer musikalischer Spannungsbogen vom 16. bis ins 20. Jahrhundert erwartete die mehr als 300 Zuhörer in der sehr gut besuchten Pauluskirche in Zuffenhausen zum diesjährigen „Passionskonzert“.
Dekanatskantor Alexander Kuhlo und Chorleiterkollegin Irena Rafailoviene aus Weilimdorf leiteten gemeinsam ein 90-minütiges, spannungsgeladenes Chorkonzert ihrer beiden Chöre, das zusätzlich von Instrumentalisten des „Concerto Tübingen“, Mitgliedern des Posaunenchores Zuffenhausen, der Sopranistin Marit Kuhlo, der Organistin Evgenia Sheykhet und weiteren Mitwirkenden gestaltet wurde.

Nach modernen, dissonant gefärbten Orgelmeditationen anhand einzelner Stationen des Orgelzyklus „Der Kreuzweg“, den der französische Orgelmeister Marcel Dupré 1929 komponiert hat, folgte das erste große Chorwerk aus dem Reformatonsjahrhundert, ein Teil aus der „Johannespassion“ von Leonhard Lechner, einem der damals berühmtesten Chorkomponisten, den die beiden beteiligten Chöre stilsicher und mit dezenter Orgelbegleitung meisterten. Die Anwesenden wurden damit sofort in die Szenerie der alten und ewigneuen Erzählung von der Leidensgeschichte Jesu Christi hineingenommen.

Der nun folgende instrumentale Zwischenteil bestand aus einer Kombination von Pergolesi-Arien (aus dessen berühmtem „Stabat Mater“), wunderbar leuchtend mit stimmlicher Helligkeit und lyrischer Wärme gesungen von Marit Kuhlo (Sopran),  mit ausgewählten Sonaten aus den „Sieben letzten Worten Jesu am Kreuz“ von Joseph Haydn, tiefgründig und klangschön interpretiert vom Streichquartett des Orchesters „Concerto Tübingen“ (1. Violine: Nina Karmon).

Das Hauptwerk des Abends bildete danach auch den Schlusspunkt:

Paul Ernst Ruppels Passionsbetrachtung nach Spirituals „Crucifixion“ aus dem Jahr 1960 fesselte das Publikum mit seinem spannungsgeladenen Wechsel von gesprochenen und gesungenen Passagen, die in schneller Folge dem Zuhörer die bekannte biblische Geschichte ganz neu lebendig werden ließen. Sprecher Rudolf Guckelsberger und Vorsänger Hansjörg Meindl überzeugten in ihrem jeweiligen Part mit großem Ausdruck  und innerer Anteilnahme, die unmittelbar auf den Hörer übersprang.  Zwei Posaunen (Benjamin Kuehnel und Klaus Heckmann) und der Kontrabass-Solist (Claus-Justus Heine) begleiteten die holzschnittartigen, teils dramatischen, teils meditativ-betrachtenden Chorstücke, die der Chor fast auswendig und bestens vorbereitet zum Klingen brachte. Dirigent Alexander Kuhlo,der schon zu Beginn gemeinsam mit Orgelschülerin Evgenia Sheykhet die Dupré-Orgelmeditationen maßgeblich interpretiert hatte, schaffte es, der Musik Ruppels dramatischen Atem zu verleihen, so dass das Werk keinen der anwesenden Zuhörer unberührt ließ und mit seinem offenen Schluss schon auf das Ostergeschehen vorauswies.

Ein bewegendes Passionskonzert - jenseits der allseits bekannten gewaltigen Orchesterpassionen der Barockzeit dank außergewöhnlicher Leistungen aller Ausführenden!


Dekanatskantor Alexander Kuhlo
- 15. April 2017 -

Rückblick auf das WEIHNACHTSKONZERT, 26.12. 2016 – „Vom Dunkel des Advents zum Lichte von Weihnachten - ein berührendes Konzerterlebnis!“

Foto von Heinz Stohrer

 
Wie es in Zuffenhausen inzwischen gute Tradition geworden ist, fand am
2. Weihnachtsfeiertag erneut das große „Weihnachtskonzert“ mit barocken Meisterwerken von Albinoni, Vivaldi, J. S. Bach und Wilhelm Friedemann Bach unter meiner Leitung, sozusagen als Premiere für mich in der Nachfolge von Hans-Rudolf Krüger, statt.
Ein zahlreiches Publikum, welches den Raum sichtlich ausfüllte, war in die stimmungsvoll geschmückte Pauluskirche zum Zuhören gekommen und durfte die Pauluskantorei gemeinsam mit vier Vokalsolisten und dem Orchester „Concerto Tübingen“ beim Musizieren erleben. Gute zwei Stunden dauerte der musikalische Reigen und die Zeit verging durch die Abwechslung der gut ausgewählten Chor- und Instrumentalwerke wie im Fluge.
Den Weg von Advent bis Weihnachten nachzeichnend, stand zu Beginn das weltberühmte „Adagio“ von Tomaso
Albinoni, ein seelisch bewegendes Streicherstück als Symbol für die vergangene Adventszeit als Zeit der Erwartung und am Schluß die in Stuttgart nahezu unbekannte Weihnachtskantate „Ehre sey Gott in der Höhe“ von Bach-Sohn Friedemann unter Beteiligung zweier Hörner aus unserem Posaunenchor als Symbol für die festliche Freude über die Menschwerdung Gottes an Weihnachten: „des lasst uns alle fröhlich sein...!“ Sogar die anwesende Konzertgemeinde durfte mit zwei Schlußstrophen auf die bekannte Melodie „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ in den fulminanten Weihnachtsjubel einstimmen, so dass die ganze Kirche sang und klang.
Eine bewegende Apotheose dieses besonderen Konzertes, was wieder einmal deutlich gemacht hat, wie wichtig und wie gewertschätzt diese Art von Konzerten von dem Zuffenhäuser Publikum und Gästen aus ganz Stuttgart wird!
Durch den tollen Besuch und die unerwartet große Resonanz motiviert, soll es nun in diesem Jahr mit zwei Passionskonzerten in Weilimdorf und Zuffenhausen sowie einem weiteren „Weihnachtskonzert“ am 2. Feiertag um 17 Uhr mit Werken von Johann Sebastian Bach (Kantate BWV 133), Claude Debussy (Tänze für Harfe und Streicher) sowie dem großartigen „Weihnachtsoratorium“ von Camille Saint-Saens weitergehen.
Die Pauluskantorei freut sich auf neue Sängerinnen und Sänger, die Lust und Freude an Singen in Gemeinschaft und anspruchsvollen Chorkonzerten haben. Die Chorproben finden immer DIENSTAGS ab 20 Uhr im Johanneshof statt.

Alexander Kuhlo neuer Dekanatskantor

Im Gottesdienst am 11. September 2016 um 11 Uhr in der Pauluskirche, wurde der neue Dekanatskantor Alexander Kuhlo in sein Amt eingesetzt.
Wir freuen uns, dass wir diese Stelle nach dem Eintritt von Hans-Rudolf Krüger in den Ruhestand nahtlos wiederbesetzen konnten. Alexander Kuhlo war bisher im Westerwald als Bezirkskantor tätig und bringt daher bereits Erfahrungen für diese Aufgabe mit. Dennoch sollten wir alle ihm die Zeit lassen, die Kirchengemeinde, den Stadt- und den Dekanatsbezirk kennen zu lernen. Er selbst schreibt in seiner Vorstellung davon, dass er erst einmal hier ankommen möchte. Erst in einem zweiten Schritt wird es dann darum gehen, welche Schwerpunkte er in seiner Arbeit gemeinsam mit uns setzen wird. Ich wünsche uns, dass wir Alexander Kuhlo die Zeit zum Ankommen und zur Begegnung lassen.

Dekan Klaus Käpplinger
September 2016

Alexander Kuhlo stellt sich vor

© privat

Alexander und Marit Kuhlo

»Liebe Mitarbeiter am Psalm 150«
So pflegte mein in Bläserkreisen berühmter Urgroßvater, »Posaunengeneral« Johannes Kuhlo (1856-1941), die Menschen in seinem Umfeld gerne anzusprechen und wies damit gleich auf den geistlichen Auftrag seiner lebenslangen Bemühungen um die »musica sacra« hin, zumal auch die Blechblasinstrumente in diesem Psalm eine ganz besondere Rolle spielen.
So möchte ich zu meinem Dienstantritt auch Sie freundlich ansprechen. Als Urenkel von Johannes Kuhlo habe ich die Ehre, ab September zusammen mit meiner Frau Marit, die mich als Sopranistin in meiner kirchenmusikalischen Arbeit tatkräftig unterstützt, bei Ihnen in der Gemeinde und im Kirchenkreis Stuttgart in der Nachfolge von Hans-Rudolf Krüger als neuer Dekanatskantor wirken und leben zu dürfen. Welch eine Freude!
Aufgewachsen und studiert in Hannover, aus einem musikalisch vorgeprägten Elternhaus kommend, trat ich nach absolviertem A-Studium und weiteren Orgelstudien bei Prof. Daniel Roth (Paris, Frankfurt/Main) meine erste hauptamtliche Kantorenstelle in Reichenbach im sächsischen Vogtland an. Danach folgten Stationen in Göttingen als Kirchenkreiskantor mit Schwerpunkten in der C-Ausbildung und chorischer Projektarbeit, der Aufstieg in eine A-Stelle als Kreiskantor im Ev. Kirchenkreis Altenkirchen mit großen Chorkonzerten (Fauré-Requiem, Keiser-Weihnachtsoratorium, Puccini-Messe, Mozart- und Haydn-Messen und Rutter-Te Deum) und einem integralen Bach-Orgelzyklus. Nun, mit 45 Jahren, dürfen meine Frau und ich zu Ihnen in die Kirchengemeinde Zuffenhausen kommen. Ich freue mich auf die Begegnungen und die Zusammenarbeit. Dazu gehören natürlich die bestehenden Ensembles Kantorei und Posaunenchor, die Weiterführung der Konzertreihe Stuttgarter Orgelmatinee und die Tradition der Chorkonzerte am 2. Weihnachtsfeiertag,  diesmal mit einem Bach-Vivaldi-Programm. Aber nicht nur die sinnvolle Fortsetzung der Arbeit meines Vorgängers ist mir ein Anliegen, sondern auch das Setzen eigener musikalischer Akzente und Schwerpunkte im konzertanten Bereich sowie die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Zunächst einmal möchte ich jedoch eines – ankommen. Dazu gehören viele Besuche, das Gestalten der wöchentlichen Proben und Gottesdienste, Gespräche mit den Kollegen in den Gemeinden des Dekanatsbezirks und im Kirchenkreis u.v.m.
»Cantate et gaudete ad magnam gloriam Dei!« – Singet und freuet euch zur großen Ehre Gottes! Da ich meine kirchenmusikalische Arbeit vor allem als Dienst für Gott und an den Menschen verstehe, freue ich
mich darauf, dies nun mit Ihnen tun zu dürfen, und lade herzlich zum Mitsingen und Mitblasen in Kantorei und Posaunenchor ein. Meine Frau und ich sind im besten Sinne neugierig auf Sie und die Gemeinde.
Meine Frau arbeitet seit August beim katholischen Stadtdekanat und wird sich als Sängerin vielfältig in die Gemeindearbeit und bei Konzerten mit einbringen.
Es ist unser Wunsch, endlich im Leben da anzukommen, wo wir beruflich und privat eine Heimat finden können. Dieser Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen.
Um mit einem Bach-Zitat zu schließen, welches mich sehr bewegt und berührt: »NB. Bey einer andächtig Musig ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart« (Notiz von J. S. Bach bei. 2. Chronik 5,13). Möge sich dies in meiner Stuttgarter Kantorenzeit immer wieder ereignen!


Alexander und Marit Kuhlo
September 2016