Impuls


Liebe Leserinnen und Leser,

»Mein Sega hasch« – manchmal taucht in unserer Umgangssprache das genuin evangelische, ja das urbiblische Verständnis des Segens auf. »Also guat, mein Sega hasch« – das sagte meine Großmutter zu meinem Vater, als der die gebürtige Rheinländerin heiraten wollte.
Keine Selbstverständlichkeit in einem württembergischen Dorf Ende der 50er Jahre. Lange Verhandlungen waren vorausgegangen, so wurde es später oft mit einem Schmunzeln erzählt. Und dann diese Erlösung, das befreiende »Ja – es ist gut.«  
Eltern geben ihren Segen zu wichtigen Entscheidungen ihrer Kinder. Das erzählt die Bibel schon in den Familiengeschichten des Alten Testaments. In der Exodusgeschichte gibt Gott Mose und Aaron die Anweisung, die Menschen zu segnen: »Ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.« Und zwar mit den Worten: »Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.« 4. Mose 6, 24-26. Das ist der aaronitische Segen, der bis heute in unseren Gottesdiensten gesprochen wird.
Nun bieten wir – im Zusammenhang mit dem Jahr des Gottesdienstes – auch an, dass Ihnen der Segen ganz persönlich zugesprochen wird, immer im Anschluss an die Abendmahlsfeier. Und Gottes Segen ist so reich und groß, dass er gar nicht für sich selbst behalten werden will.
Wir Menschen dürfen ihn weitergeben, wie das schon Generationen in den biblischen und in unseren Familiengeschichten getan haben. Empfangen Sie Gottes Segen und geben Sie ihn weiter – denn der Segen tut gut!
 
Pfarrer Volkmar Rupp